Herzlich Willkommen auf der Website des Regionalen Innovations-Netzwerkes Diabetes.

Das Regionale Innovationsnetzwerk Diabetes (RIN Diabetes) ist ein Netzwerk kompetenter Akteure im Raum Düsseldorf, die gemeinsam an der Entwicklung und Etablierung innovativer Strategien zur Prävention des Diabetes und zur Begleitung von Menschen mit Diabetes arbeiten.

 

 

wegweiser karteRIN Wegweiser

Oftmals ist es für Betroffene schwer, Informationen zu relevanten Angeboten in ihrer Umgebung zu finden.

Das RIN Diabetes möchte diese Lücke schließen und bietet für Betroffene und Interessierte einen Wegweiser, mit dessen Hilfe sich schnell und einfach alle relevanten Angebote in Düsseldorf und Umgebung ausfindig machen lassen.

Ärztinnen und Ärzte, Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und Präventionsangebote - mit dem Wegweiser des RIN Diabetes haben Interessierte alles auf einen Blick.

 

 

Aktuelles:

 

 

 

Bei der Erkrankungshäufigkeit des Typ-2-Diabetes gibt es in Deutschland erhebliche regionale Unterschiede. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Auswertung von fünf bevölkerungsbezogenen Studien mit Beteiligung des Deutschen Diabetes-Zentrums. Die höchste Neuerkrankungsrate wurde im Osten Deutschlands ermittelt, die niedrigste im Süden. Gründe sind möglicherweise die unterschiedliche Verteilung von Risikofaktoren sowie strukturelle Unterschiede („Deprivation“).

Studien aus dem DIAB-CORE Verbund

DIAB-CORE ist ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Kompetenznetz Diabetes geförderter Verbund in Deutschland, der u. a. Fragen zur regionalen Verteilung von Typ-2-Diabetes untersucht. Hierfür wurden fünf große regionale Studien mit vergleichbarem Studiendesign zusammengebracht: SHIP („Study of Health in Pomerania“, Nordosten), CARLA („Cardiovascular Disease, Living, and Ageing in Halle Study“, Mitteldeutschland), HNR („Heinz Nixdorf Recall Study“, Westen), DHS („Dortmunder Gesundheitsstudie“, Westen) und KORA („Kooperative Gesundheitsstudie im Raum Augsburg“, Süden).

In der aktuellen Untersuchung war es das Ziel, Informationen zur Neuerkrankungsrate an Typ-2-Diabetes aus den verschiedenen Regionen zu erhalten. Hierfür wurden in den Jahren 1997 bis 2006 „Basisdaten“ erhoben. Wer zu diesem Zeitpunkt die Frage nach einem ärztlich festgestellten Typ-2-Diabetes oder einer antidiabetischen Medikation verneint hatte, zwischen 45 und 74 Jahre alt war und an der Folgestudie in den Jahren 2002 bis 2010 teilgenommen hatte, wurde in die aktuelle Analyse einbezogen.

In der Altersgruppe zwischen 45-74 Jahren erkranken etwa 12 von 1000 Personen pro Jahr neu an einem Typ-2-Diabetes

Die Beobachtungsdauer in den einzelnen Studien betrug im Mittel 2,2 bis 7,1 Jahre. In dieser Zeit wurde bei 521 (5,9%) von insgesamt 8787 Teilnehmern nach Selbstauskunft erstmals ein Typ-2-Diabetes festgestellt. Das entspricht einer Neuerkrankungsrate von 11,8 pro 1000 Personenjahre (= 11,8 neue Krankheitsfälle pro 1000 Personen und Jahr) in der Altersgruppe der 45 bis 74-Jährigen. Die Erkrankungshäufigkeit stieg mit dem Alter an. Männer waren fast doppelt so häufig betroffen wie Frauen.

Auch bei der Auswertung nach Regionen zeigten sich erhebliche Unterschiede: Die höchste Neuerkrankungsrate wurde mit 16,9 pro 1000 Personenjahre im Osten Deutschlands ermittelt, die niedrigste Neuerkrankungsrate wies mit 9,3 pro 1000 Personenjahre der Süden auf. Im Nordosten lag die Neuerkrankungsrate bei 13,2 und im Westen bei 11,8 bzw. 16,2 pro 1000 Personenjahre.

Unterschiedliche regionale Verteilung der Risikofaktoren

Weitere Auswertungen der fünf Studien legen nahe, dass sich die beobachteten regionalen Unterschiede bei den Neuerkrankungsraten u. a. auf eine ungleiche regionale Verteilung von Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes zurückführen lassen, z. B. ein erhöhter Taillenumfang, Bluthochdruck und eine strukturelle Benachteiligung der Region.

In der vorliegenden Untersuchung war der Body Mass Index (BMI) in allen Regionen am deutlichsten mit Neuerkrankungen an Typ-2-Diabetes verknüpft. Vor diesem Hintergrund zeigen andere Daten aus den Jahren 1998 bis 2011 einen alarmierenden Trend: Der Anteil Erwachsener (18-79 Jahre) mit einer Adipositas ist innerhalb eines Jahrzehnts von 18,9% auf 23,3% (Männer) und von 22,5% auf 23,9% (Frauen) angestiegen – vor allem in der Gruppe der Jüngeren. Der Anteil übergewichtiger (d. h. noch nicht adipöser) Erwachsener blieb im Vergleich weitgehend stabil (Männer: 67,1%; Frauen: 53,0%). Die Studienteilnehmer aus den fünf Regionen des DIAB-CORE Verbundes unterschieden sich nicht hinsichtlich des BMI, wiesen in Halle und im Nordosten jedoch höhere Taillenumfänge als im Süden und Westen auf.

Übergewicht oder Adipositas – wann wird welcher Begriff benutzt?

Übergewicht bedeutet, dass das Körpergewicht oberhalb der Alters- und Geschlechtsnorm liegt. Bei Adipositas (Fettleibigkeit) geht das Übergewicht mit einem erhöhten Anteil an Fettmasse einher und hat negative Folgen für die Gesundheit. Für eine Bewertung wird in der Medizin häufig der Body Mass Index (BMI) verwendet. Bei Erwachsenen gilt:
  • BMI 18,5 - 24,9: Normalgewicht
  • BMI 25,0 - 29,9: Übergewicht
  • BMI ≥ 30,0: Adipositas

 

Dr. med. Anja Lütke, Ratekau, freie Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Quellen:

  • Schipf S et al. Regional differences in the incidence of self-reported type 2 diabetes in Germany: results from five population-based studies in Germany (DIAB-CORE Consortium). J Epidemiol Community Health 2014; doi: 10.1136/jech-2014-203998 [Epub ahead of print].
  • Stang A et al. Regional differences in body fat distributions among people with comparable body mass index: a comparison across six German population-based surveys. Eur J Cardiovasc Prev Rehabil 2010; 18: 106-14.
  • Meisinger C et al. Regional disparities of hypertension prevalence and management within Germany. J Hypertens 2006; 24: 293-9.
  • Mensink GBM et al. Übergewicht und Adipositas in Deutschland. Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1). Bundesgesundheitsbl 2013; 56: 786-794.

 

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