Der Regionale Innovationsnetzwerk (RIN) Diabetes e.V. setzt auf lokaler und regionaler Ebene neue Impulse in der Prävention und Versorgung des Diabetes mellitus. Gemeinsam mit seinen Mitgliedern und weiteren Akteuren aus den relevanten Bereichen der Wissenschaft, Versorgung, Wirtschaft, Patientenvertretung und öffentlichen Verwaltung werden seit Entstehung des Netzwerkes im Jahr 2014 innovative Ideen entwickelt und umgesetzt.

Gestartet als ein vom Land NRW gefördertes informelles Netzwerk, führt das RIN Diabetes seine Aktivitäten seit 2019 als Verein fort. Der Verein ist schwerpunktmäßig in den Bereichen „Information und Aufklärung“ sowie „Verbesserung der Diabetesprävention und -versorgung“ im Großraum Düsseldorf aktiv.

 


 

Gemeinsam engagieren – besser informieren

Der RIN Diabetes e.V. bietet ein Umfeld, in dem Expertise und Erfahrungen auf neue Impulse treffen, um gemeinsam zukunftsträchtige Projekte und Strategien zu entwickeln und voranzutreiben.

Dank etablierter Strukturen und neuer Kommunikationsformaten wird der RIN Diabetes e.V. die Vernetzung unter den Mitgliedern sowie mit externen Institutionen und Experten auch in Zukunft weiter stärken.

Profitieren Sie vom wechselseitigen Wissenstransfer, nutzen Sie die Gelegenheit sich bei uns auszutauschen & neue Kontakte zu knüpfen.

 


 

Wegweiser Diabetes

Seit 2015 bieten wir interessierten Personen mit dem Online-Wegweiser Diabetes eine Übersicht an lokalen Partnern der Diabetesversorgung im Großraum Düsseldorf.

Basierend darauf haben wir ergänzend eine breitgefächerte Broschüre veröffentlicht, die die zahlreichen Angebote sowie weitere wichtige Informationen zum Krankheitsbild Diabetes abbildet.

Finden Sie mit unserem Wegweiser Diabetes das passende Angebot für sich oder Ihre Angehörige im Großraum Düsseldorf.

 


 

RIN Talk

In unseren RIN Talks möchten wir Akteure der Diabetesversorgung zu unterschiedlichen Themen gezielt zusammenbringen und gemeinsam aktuelle Versorgungsprobleme diskutieren.

Aufbauend auf Kurzimpulsen von eingeladenen Key-Speakern entwickeln wir gemeinsam potenzielle Lösungsansätze, die wir im Rahmen unseres RIN Symposiums, RIN Herbsttreffens und Projektmeetings weiterentwickeln.

Der kommende RIN Talk findet am 19.8.2021 zum Thema Patienten- und Informationsbedürfnisse statt.

 


 

Qualitätszirkel Psychodiabetologie (29.09.2021)

Mit dem Qualitätszirkel wenden wir uns an Akteure der Psychotherapie und Diabetologie aus NRW, mit dem Ziel, ein interdisziplinäres Forum des Austauschs zu schaffen.

In Zusammenarbeit mit der AG Diabetes und Psychologie der DDG wollen wir aktuelle Themen der Psychodiabetologie und Fälle aus der Praxis diskutieren.

Wir freuen uns auf Ihre Anregungen und Themenvorschläge - denn der Qualitätszirkel lebt von der Diskussion

 

 

Mit Anregungen und Ideen wenden Sie sich einfach an uns!

 

 

 

Ein gestörtes Essverhalten zählt zu den häufigen Gesundheitsproblemen im Kindes- und Jugendalter. Betroffen sind nach wie vor vorrangig Mädchen und junge Frauen. Heranwachsende mit Essstörungen tendieren vermehrt zu psychischen Problemen, Ängstlichkeit und Depression. Die körperlichen Langzeitfolgen können schwerwiegend sein.

Essstörungen sind für Menschen mit Diabetes besonders gefährlich

Die Essstörungen umfassen ein großes Spektrum. Weit verbreitet ist vor allem die Bulimie: Nach unkontrollierten Essanfällen wird versucht, die überschüssigen Kalorien durch Diäten, Erbrechen oder exzessiven Sport loszuwerden. Für Menschen mit Diabetes ist dieses Verhalten besonders gefährlich. Sie riskieren durch schwankende Blutzuckerspiegel deutlich früher Folgeschäden an Gefäßen, Augen, Nieren oder Nerven. Außerdem wird bei manchen essgestörten Patienten mit Diabetes das sogenannte „Insulin-Purging" beobachtet: Sie spritzen sich gezielt zu wenig Insulin, um abzunehmen. Weniger Insulin führt zu mehr Glukose im Blut und schließlich zur Ausscheidung von Kalorien aus Glukose über den Urin. Die Betroffenen verlieren zwar an Gewicht, verfehlen aber das Ziel einer optimalen Stoffwechselkontrolle - mit unter Umständen langfristig fatalen Folgen.

Eine deutschlandweite Studie hat Daten zu Symptomen einer Essstörung bei 629 jugendlichen Patienten mit einem Typ 1 Diabetes erhoben. Das Durchschnittsalter betrug 15,3 Jahre, und bei allen Patienten war die Diabetes-Erkrankung seit mindestens zehn Jahren bekannt. Als Vergleichsgruppe dienten 6.813 Kinder und Jugendliche ohne Diabetes aus der KiGGS (Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland).

Um die Jugendlichen mit Anzeichen für ein gestörtes Essverhalten zu erfassen, wurde der sogenannte SCOFF-Fragebogen eingesetzt. Es sollten die folgenden fünf Fragen beantwortet werden:

    1. „Übergibst du dich, wenn du dich unangenehm voll fühlst?"
    2. „Machst du dir Sorgen, weil du manchmal nicht mit dem Essen aufhören kannst?"
    3. „Hast du in der letzten Zeit mehr als 6 kg in drei Monaten abgenommen?"
    4. „Findest du dich zu dick, während andere dich zu dünn finden?"
    5. „Würdest du sagen, dass Essen dein Leben sehr beeinflusst?"

Wenn mindestens zwei dieser fünf Fragen mit „Ja" beantwortet werden, besteht der Verdacht auf ein gestörtes Essverhalten. Für Patienten mit Typ 1 Diabetes fügten die Wissenschaftler zusätzlich noch eine Frage zur Minderung der Insulindosis ein, um herauszufinden, wie häufig die Jugendlichen weniger Insulin spritzen als für die aufgenommenen Kohlenhydrate erforderlich wäre.

Jeder fünfte Jugendliche spritzt mindestens dreimal pro Woche zu wenig Insulin

Die Auswertung der SCOFF-Fragebögen ergab keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Jugendlichen mit und ohne Typ 1 Diabetes. Ein auffälliges Ergebnis - und damit einen Hinweis auf eine Essstörung - zeigten 31,2% der weiblichen und 11,7% der männlichen Patienten mit Diabetes. In der Vergleichsgruppe (Jugendliche ohne Diabetes) waren es 28,9% (Mädchen) und 15,2% (Jungen). Jedoch berichteten 20,5% der weiblichen und 18,5% der männlichen Diabetes-Patienten, mindestens dreimal pro Woche zu wenig Insulin zu spritzen - entsprechend schlechter waren die HbA1c-Durchschnittswerte dieser Jugendlichen.

Fazit:
Jugendliche mit frühem Krankheitsbeginn eines Typ 1 Diabetes haben gegenüber Gleichaltrigen ohne Diabeteserkrankung kein erhöhtes Risiko für ein gestörtes Essverhalten. Allerdings kommt es relativ häufig vor, dass Heranwachsende mit Typ 1 Diabetes zu wenig Insulin spritzen oder Insulindosen auslassen - auch bei der Insulinpumpentherapie. Dieses Verhalten wirkt sich nachteilig auf die Blutzuckerkontrolle aus und kann langfristig mit einer erhöhten Rate an schweren Komplikationen wie Nieren- und Herzkreislauferkrankungen einhergehen. Dieses Problem sollte in der Diabetesversorgung noch stärker als bisher berücksichtigt werden.
Dr. med. Anja Lütke, Ratekau, freie Mitarbeiterin von Diabetes-heute.de, Deutsches Diabetes-Zentrum, Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Quelle:
Baechle C et al. Is disordered eating behavior more prevalent in adolescents with early-onset type 1 diabetes than in their representative peers? Int J Eat Disord 2014; 47: 342-52

(Bild: BlueSkyImages - Fotolia.com)